Brandgefahr durch Wärmedämmung: Noch schützt das deutsche Baurecht

12.07.2017 | BAURECHT

Der Hochhausbrand im Londoner Grenfell-Tower hat die Welt erschüttert. Ein Verdacht: die im Gebäude verbauten Dämmstoffe sollen die Ausbreitung des Feuers beschleunigt haben. Zwar ist der Brand in London noch nicht vollständig aufgeklärt. Trotzdem wird bereits über die Sicherheit beim Hochhausbau gestritten. Was bedeutet das für die Dämmstoffe, die beim Bau verwendet werden? Und: kann das in Deutschland auch passieren?

Strenges Baurecht in Deutschland

Das deutsche Baugewerbe gibt zunächst Entwarnung. In Deutschland gilt ein strenges Bauordnungsrecht mit zahlreichen Vorschriften zum Brandschutz. Danach darf bei der Wärmedämmung im Bereich von Hochhäusern kein brennbares Material verbaut werden. Die Dämmstoffe müssen einer Temperatur von bis zu 1000 Grad Celsius standhalten. Ein Feuer, das sich wie in London über die Außenfassade ausbreitet, ist in Deutschland deshalb nicht möglich.

EU will die Regeln aufweichen

Es ist dennoch Vorsicht geboten. Die EU-Kommission verlangt derzeit von Deutschland die Durchsetzung ihrer deutlich schwächeren Anforderungen für den Brandschutz. Die deutsche Bauindustrie fordert die Bundesrepublik deshalb auf, gegen die EU-Kommission zu klagen und sich für die Durchsetzung der sicheren Vorschriften einzusetzen. Brandschutz muss vor Freihandel kommen. Dämmstoffe müssen auch weiterhin von unabhängigen Produktprüfern überwacht werden, wenn sie in Hochhausfassaden verbaut werden. Es kann Leben retten!

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