Preise für Baumaterialien steigen massiv. Lieferengpässe und knappe Rohstoffe sind einer der Gründe. Das Recycling von Bauabfällen könnte die Lösung aus diesem Dilemma sein. Der Bundesrat hat nun Standards definiert, die bald in Kraft treten.

Ob private Bauherren oder Firmen: Baumaterialien wie Holz sind rar und werden immer teurer. Eine nachhaltige Lösung muss geschaffen werden, um dem Teufelskreis zu entkommen. Um bundesweite Standards zu schaffen, hat der Bundesrat eine Mantelverordnung verabschiedet. Der Einsatz von mineralischen Ersatzbaustoffen wird dadurch geregelt. In zwei Jahren tritt die Verordnung in Kraft.

Diese Bauabfälle lassen sich recyclen

Ob Asche, Bauschutt oder Schlacke: Laut dem Bundesumweltministeriums können in Deutschland pro Jahr 250 Millionen Tonnen mineralische Abfälle recycelt werden. Das Potenzial zur nachhaltigen Verwendung von Baumaterialien ist also da. Vor allem bei thermischen Prozessen entsteht viel Asche, die sich wiederverwerten lässt.

Es wird immer mehr gebaut – ob Wohnhäuser oder Gewerbekomplexe. Nachhaltige Lösungen sind dringend gefordert.

Was wurde beschlossen?

Am 25. Juni wurde die Mantelverordnung vom Bundesrat verabschiedet. Erstmals wird der Einsatz von mineralischen Abfällen bundesweit geregelt. Aktuell hat jedes der 16 Bundesländer eigene Maßnahmen und Regeln für die Verwertung von Bauabfällen. Die neue Verordnung tritt allerdings erst in 24 Monaten in Kraft. Dieser Zeitrahmen soll den einzelnen Bundesländern Zeit verschaffen, sich auf die neuen Regeln einzustellen. Bis dahin greifen auch Übergangsregeln.

Die Mantelverordnung beinhaltet unter anderem eine neu eingeführte Ersatzbaustoffverordnung sowie eine angepasste Deponieverordnung und Gewerbeabfallverordnung. Außerdem ist eine Neufassung der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung vorgesehen.

Da bei der Beseitigung von Bauabfällen Schadstoffe entstehen, sollen in Zukunft Standards für Deutschland greifen, um das Recycling optimal zu gestalten.

Laut Umweltministerin Svenja Schulze von der SPD bestehe “enormes Recycling-Potenzial” in der Bauindustrie. Deponien werden über kurz oder lang entlastet und Ersatzbaustoffe zunehmend für neue Bauten eingesetzt.