Minibagger: kleine Bagger, große Wirkung

19.01.2015 | BAUPLANUNG

Baumaschinen haben oft den Ruf, riesige, tonnenschwere Maschinen zu sein, die nur für sehr spezielle Anwendungen zum Einsatz kommen. Dabei gerät oft ein Typ von Baumaschinen in Vergessenheit, der bisweilen nicht größer ist als ein PKW und dabei in seiner Leistungsfähigkeit seinen größeren Verwandten in nichts nachsteht. Die Rede ist vom Minibagger, einer kompakten Baumaschine, die auch für private Bauherren oder Hausbesitzer von vielfältigem Nutzen sein kann.

Minibagger sind Bagger mit einem Einsatzgewicht von 1 Tonne bis 6 Tonnen und sind damit erheblich kleiner und leichter als Standardbagger, deren Einsatzgewicht zwischen dem Doppelten und dem Zehnfachen davon beträgt (zwischen 12 und 60 Tonnen). Der Aufbau eines Minibaggers entspricht dem eines klassischen Hydraulikbaggers. Er besteht aus einem Fahrwerk und einem Oberwagen mit Ausleger. Allerdings sind einige Veränderungen im Vergleich zu größeren Baggermodellen festzustellen. Anstelle der bei großen Baggern weit verbreiteten Stahlketten, bewegt sich der Minibagger meist auf Gummiketten fort. Dies trägt dazu bei, den Boden zu schonen und dem Bagger dabei Wendigkeit und Standfestigkeit zu verleihen. Beim Oberwagen des Minibaggers wird in letzter Zeit verstärkt auf die sogenannte Kurzheckbauweise gesetzt. Dies bedeutet, dass der Oberwagen mit der Fahrerkabine so gebaut wird, dass er beim Schwenken nicht über die Breite der Ketten hinausragt. So können sogenannte Kurzheckbagger oder Hüllkreisbagger auch in beengten Platzverhältnissen, beispielsweise direkt neben einer Mauer, arbeiten und ihre Schwenkbewegungen um 360° ungehindert ausführen.

Alle gängigen Minibaggerhersteller bevorzugen heutzutage Bagger ohne Hecküberhang. Einige Hersteller haben sich völlig auf kompakte Baumaschinen spezialisiert, während andere zunächst Standardbagger herstellten und ihr Sortiment dann um Minibagger erweitert haben. Zu ersterer Kategorie gehört die japanische Firma Takeuchi, die den Minibagger im Jahre 1971 erfunden und dadurch große Anerkennung in der Branche erlangt hat. Auch Bobcat, ein Tochterunternehmen von Doosan, hat sich auf die Herstellung von Kompaktbaggern und -ladern spezialisiert. Auf dem Markt für gebrauchte Minibagger besetzt Bobcat derzeit die Führungsposition, wie eine Studie von LECTURA Press vom November 2014 belegt. LECTURA hat die Anzeigen für Minibagger in Online-Gebrauchtmaschinenportalen untersucht und festgestellt, dass die meisten der angebotenen Bagger von Bobcat und JCB stammten, dicht gefolgt von Yanmar, Kubota und Caterpillar, dem allseits bekannten Marktführer im Baumaschinensektor.

In Deutschland werden jährlich rund 9000 Minibagger verkauft, wobei das Jahresvolumen europaweit bei 50 000 Stück liegt. Eine beachtliche Anzahl an Minibaggern wird jedoch auch über das Internet gebraucht verkauft. Allein im vergangenen November wurden in den von LECTURA untersuchten Onlinemarktplätzen 400 gebrauchte Minibagger angeboten. Umgerechnet auf ein Jahr ergibt das 4800 gebrauchte Minibagger im Internet. Das große Angebot in auf Baumaschinen spezialisierten Internetportalen wie z.B. MachineryZone macht solche Marktplätze für Bauherren, die an der Anschaffung eines Minibaggers interessiert sind, besonders reizvoll. Denn dort kann man sowohl fast neue Maschinen in tadellosem Zustand als auch etwas ältere, dafür aber preiswertere Modelle finden.

Welches Modell für die jeweiligen Bedürfnisse am besten geeignet ist, hängt von der Art des Bauprojektes und davon, was der Bauherr sich selbst durchzuführen zutraut. Natürlich müssen auch die verfügbaren Anbaugeräte genau auf die jeweiligen Aufgaben zugeschnitten sein. Die klassischen Aufgaben wie das Ausheben einer Grube oder das Vorbereiten des Fundaments werden mit Hilfe eines Tieflöffels erledigt. Dabei kommt es auf die Bodenbeschaffenheit sowie die Größe der auszuhebenden Grube an, ob ein Minibagger hierfür ausreicht, da Minibagger selten eine Grabtiefe von mehr als drei Metern haben. Zum Ausheben von Kanälen für Wasserleitungen oder Kabel eignet sich ein Minibagger sehr gut, da der hydraulische Ausleger sehr präzise, ja zentimetergenau gesteuert werden kann. Einen echten Vorteil gegenüber größeren Maschinen hat der Mobilbagger vor allem in beengten Räumen, so zum Beispiel bei Arbeiten in kleinen Innenhöfen oder im Inneren von Gebäuden, wie Wohnhäusern oder Scheunen. Dort können mit Hilfe eines Hydraulikhammers Abbrucharbeiten vorgenommen werden. Besonders beliebt sind Minibagger jedoch im Bereich des Garten- und Landschaftsbau. Sie können eingesetzt werden, um Gartenanlagen zu gestalten oder Teiche auszuheben.

Daher können Bauherren auch nach Abschluss des Hausbaus ihren Minibagger noch weiter verwenden, um ihren Garten zu verschönern. Und sind die Arbeiten allesamt abgeschlossen, so kann der Minibagger über Gebrauchtmaschinenportale im Internet wieder verkauft werden. Finanziell wird dabei auch kein großer Verlust zu verzeichnen sein, da sich gebrauchte Baumaschinen allgemein ohne erheblichen Wertverlust weiter verkaufen lassen.

Bildnachweis: Antranias/ Pixabay.com

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