Alt kaufen oder neu bauen?

23.03.2015 | RENOVIEREN & SANIEREN

Jedes ältere Haus ist per se mehr oder weniger renovierungsbedürftig. Gerade die Häuser, die in den 1970er und 1980er Jahren erbaut wurden, entstanden in einer Hochzinsphase, von der heutige Sparer nur träumen können. Für die Häuslebauer bedeutete dies, dass sie all ihre finanzielle Kraft in Zins und Tilgung stecken mussten. Für die nötigen Wartungs- und Reparaturarbeiten an ihren Immobilien hatten sie gar keine Luft mehr.

 

Die Situation in Zahlen

Das Statistische Bundesamt weist aus, dass in Deutschland ca. 19 Mio. Wohngebäude (über 50%) älter als 40 Jahre sind. Ungefähr 5 Mio. Gebäude sind sogar älter als 60 Jahre. Weiterhin besagt die Statistik, dass ein Fertighaus bereits nach 50 Jahren quasi wertlos geworden ist, und ein massiv gemauertes Einfamilienhaus erreicht diesen beklagenswerten Zustand nach rund 100 Jahren.

 

Was alles zu tun ist – Dämmung

Hausbesitzer müssen heute hinsichtlich des Energieverbrauchs der Häuser bestimmte EU-Vorgaben einhalten, zu diesem Zweck wurde der Energieausweis für Gebäude ins Leben gerufen, der auch bei jedem Hausverkauf zwingend vorgeschrieben und vorzulegen ist. Um die Vorgaben erfüllen zu können, sind nun die meisten Eigentümer älterer Häuser gezwungen, kostspielige Dämmmaßnahmen vorzunehmen. Dass diese Maßnahmen im Nachgang sehr oft eine Schimmelpilzproblematik nach sich ziehen, ist dem Gesetzgeber übrigens egal, obwohl dies inzwischen durch zahllose Berichte nachgewiesen ist.

 

Elektrische Leitungen

Die uns so geläufige dreipolige Schuko-Steckdose mit dem separaten Erdungsanschluss ist eine relativ moderne Erfindung. Bis fast in die Mitte der 1970er Jahre wurden lediglich Zweidrahtleitungen verlegt und mit maximal 10 Ampère abgesichert. Mag sein, dass das schon damals nicht immer so ganz legal war. Auf dieser Basis heute eine vorgeschriebene FI-Schutzschaltung in Bad oder Küche zu installieren, ist physikalisch nicht möglich. Um eine totale Neuverlegung aller Unterputz-Leitungen kommt man bei vielen Häusern gar nicht herum, bedenkt man auch, dass die kleinste Absicherung heute zurecht bei 16 A liegt, will man einen Kabelbrand in der Wand vermeiden.

Rauchmelder

Damit kommen wir im gleitenden Übergang zum Thema Brandschutz. In diesem Jahr 2015 müssen per Vorschrift die meisten Räume mit Brandschutzmeldern ausgestattet werden, die nach Möglichkeit auch noch per WLAN oder LAN-Kabel vernetzt sein sollten. Für Besitzer alter Häuser ist das zurzeit gerade ein großes Thema, bei Neubauten ist das in der Planung längst integriert.

Regenrinnen

Defekte, undichte Dachrinnen sind ein bekanntes Dauer-Ärgernis bei alten Häusern. Sie spülen immer wieder große Wassermengen auf dieselbe Stelle in der Nähe der Kellerwand. Mit den Jahren durchnässt die gesamte Wand wie ein Schwamm, was sich in massiver und nachhaltiger Schimmelbildung im Innenraum äußert. Es reicht dann nicht aus, die Dachrinne zu reparieren, und es reicht auch nicht aus, durch Aufgraben die betroffene Wand außen neu zu isolieren. Wenn es nicht gelingt, die Wand mit Spezialverfahren nachhaltig zu entwässern, muss diese in Teilen sogar ausgetauscht werden.

Heizanlage

Dass eine Heizanlage nach spätestens 25 Jahren zu erneuern ist, das ist bekannt, und auch dieses teure Unterfangen betrifft die allermeisten älteren Häuser.

 

Oft ist es deutlich kostengünstiger, ein altes Haus ganz abzureißen und ein neues Haus zu bauen, als ein altes Haus zu renovieren bzw. zu sanieren, das sich am Ende als Fass ohne Boden erweisen kann. Wer ernsthaft erwägt, ein altes Haus zu kaufen, weil es vielleicht ein so romantisches Fachwerkhaus ist und auch noch unter Denkmalschutz steht, ist gut beraten, einen Immobilienfachmann zur Besichtigung hinzuzuziehen. Zwar kostet dieser Service auch Geld, aber der Ärger, den man sich wegen seines Rates vielleicht erspart, kann das Tausendfache ausmachen.

 

Bildnachweis: sanremo-domains | pixabay.com

 

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