Dämmung an Häusern kann Brände anfachen

13.11.2014 | ENERGIE & TECHNIK

SPIEGEL-ONLINE und NDR bewiesen durch eigene Tests: Hausbrände werden aufgrund von Styroporplatten zur Wärmedämmung verschlimmert.

Bereits 2011 hatten SPIEGEL ONLINE und der NDR über die Brandgefahr von Polystyrol berichtet. Auslöser waren verschiedene Fassadenbrände.

Nachdem NDR-Reporter zunächst vergeblich versucht hatten, für einen Zulassungstest eine Drehgenehmigung zu erhalten, gaben diese einen eigenen Versuch in Auftrag. In Tests mit Styropordämmungen geriet bereits nach acht Minuten der Brand außer Kontrolle. Dabei traten giftige Rauchgase aus, so dass die Feuerwehr löschen musste. Dem Experiment wurde jedoch durch das Deutsche Institut für Bautechnik die Aussagekraft abgesprochen.

Polystyrol ist ein in Millionen Häusern verbauter Dämmstoff. Da Styropor aus Erdöl hergestellt wird, ist er brennbar. Die Brandtests haben gezeigt, dass auch Schutzmittel nicht verhindern können, dass ganze Fassaden in Flammen aufgehen. So reicht ein einfacher Mülltonnenbrand aus, um eine styroporgedämmte Fassade in Brand zu setzen.

Am 29. Mai 2012 stand in Frankfurt am Main innerhalb von nur fünf Minuten eine 20 Meter hohe, frisch gedämmte Fassade im Vollbrand. Vom Frankfurter Feuerwehrchef wurde nach diesem Großbrand gefordert, dass dieser Dämmstoff sofort überprüft werden muss. Anschließend wurde eine unvollständige Liste von 40 Fassadenbränden seit 2012 unter Beteiligung von Polystyrol erstellt.

Erst jetzt wurde durch die Bauministerkonferenz eine Arbeitsgruppe für weitere Brandversuchte eingesetzt.

Der erste weitere Brandtest fand im Februar 2014 statt. Er sollte einen Mülltonnenbrand simulieren, der zeigen sollte, dass das System 20 Minuten standhalten würde. Allerdings versagte das Wärmedämmverbundsystem samt Brandschutzmaßnahmen. Erste Anzeichen für ein Mitbrennen des Sockels gab es bereits nach elf Minuten. Nach 22 Minuten war schließlich alles vollständig verbrannt.

Bei einem zweiten Versuch ließ die Arbeitsgruppe zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen einbauen, darunter weitere Brandriegel im Sockelbereich. Nur so überstand die Dämmung den Brandtest.

Die zusätzlichen Schutzmaßnahmen sollen jetzt aber bei Neubauten bindend werden, so die weitere Empfehlung der Arbeitsgruppe. Die Bauministerkonferenz will hierzu am 14. November Stellung nehmen. Allerdings fragen sich die Verantwortlichen, was mit den bereits gedämmten Gebäuden geschehen soll.

Diese Tatsache wurde von Behörden lange bestritten: Styroporplatten brennen!

Warum erfolgte ein Tätigwerden der Verantwortlichen erst nach einigen Bränden?

Quelle: www.spiegel.de | Bildnachweis: Rainer Sturm  / pixelio.de

 

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