Auf der Suche nach einem neuen Bodenbelag stößt man heute nicht nur auf eine reichhaltige Auswahl verschiedenster Bodenarten, sondern auch auf eine manchmal nicht ganz durchsichtige Terminologie. Gerade bei den elastischen Bodenbelägen ist die Sachlage nicht immer ganz klar. Damit die Entscheidung zwischen Vinylboden und PVC-Boden leichter fällt, erklären wir hier den Unterschied und die Vor- und Nachteile von PVC-Boden als Meterware und den sogenannten Designböden.

PVC-Boden – was ist das?

Vinylboden, PVC-Boden, Vinyl-Designbelag und Vinylboden-Meterware – die Begriffsvielfalt bei den elastischen Bodenbelägen kann irritieren. Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Bei PVC und Vinyl handelt es sich grundsätzlich um das gleiche Material, also Polyvinylchlorid. Zu einem Bodenbelag verarbeitet bringt der thermoplastische Kunststoff viele positive Eigenschaften hinsichtlich Akustik, Strapazierfähigkeit, Pflege und Komfort mit sich. Stößt man auf die Begriffe homogener und heterogener PVC- oder Vinylboden, ist damit vor allem der Materialeinsatz und Produktaufbau gemeint. Während bei einem homogenem Vinyl- oder PVC-Boden fast ausschließlich Vinyl zum Einsatz kommt, handelt es sich bei einem heterogenen Bodenbelag um ein in der Regel mehrschichtiges Produkt mit zusätzlich verbauten Komponenten.

Das Format macht den Unterschied

Der Unterschied zwischen Vinyl und PVC liegt also nicht im Material, sondern im Format. Um die in den 2000er Jahren sich stetig entwickelnden Vinylböden im Planken- und Fliesenformat von der PVC-Rollenware abzugrenzen, entwickelte sich die Unterscheidung zwischen Vinylboden und PVC-Boden. Also „Vinylboden“ gleich Dielen und Fliesen, „PVC-Boden“ gleich Meterware. Die Bezeichnung von Vinyl-Designbelägen oder Designböden ist heute ebenso gebräuchlich und beschreibt PVC-Beläge im Dielen- oder Fliesenformat im Gegensatz zur PVC-Meterware.

PVC-Böden hatten eine lange Zeit mit Vorurteilen zu kämpfen, da in den 70er Jahren schädliche Weichmacher in den Böden entdeckt wurden. Doch heute müssen insbesondere europäische Produkte strenge Anforderungen hinsichtlich der Emissionswerte und Raumluftqualität erfüllen. Es wurden Weichmacher entwickelt, die gesundheitlich völlig unbedenklich sind – zum Beispiel auf Sojabasis. Denn der Einsatz von Weichmachern ist für einen Vinylboden oder einen PVC-Boden als Meterware unabdingbar, um einen elastischen und praktikablen Bodenbelag zu erhalten.

PVC-Bodenbelag als Meterware – welcher ist der Richtige?

Sowohl bei einem Vinylboden als auch bei einem PVC-Bodenbelag gibt es wiederum Unterschiede im Produktaufbau und den daraus resultierenden Einsatzbereichen und Anwendungsfeldern. Ein homogener PVC-Boden als Meterware ist in der Regel schon für einen kleinen Preis zu haben. In einer Rollenbreite von zwei, drei und vier Metern sind die meisten PVC-Böden zu erwerben, es gibt aber auch PVC-Boden in 5m Breite. Stolpert man über den Begriff CV-Belag, handelt es sich dabei um einen PVC-Bodenbelag mit Schaumrücken, der für ein angenehmes Laufgefühl sorgt. Wer ein etwas robusteres Produkt bevorzugt, findet heute im Sortiment vieler Hersteller auch hochwertigeren PVC-Boden als Meterware.

Einen PVC-Boden auf Fliesen verlegen? Ein Textilrücken macht das möglich. Es kommt hierbei natürlich immer auf die Fugentiefe und -breite an. Viele der PVC-Böden mit Textilrücken können sogar bis zu einer Raumgröße von 20 bis 25 m² lose verlegt werden. Ansonsten muss die Vinylboden-Rollenware vollflächig verklebt werden. Grundsätzlich kann ein PVC-Boden im Badezimmer verlegt werden. Denn an sich schimmelt das Vinyl nicht. Wichtig ist, dass die Vinyl-Meterware fachgerecht verklebt wird und in Feuchträumen zum Beispiel mit Acryl abgedichtet wird.

PVC oder Vinyl? Einsatzbereiche und Vorteile der Vinyl-Meterware

Die Frage „PVC oder Vinyl?“ meint: Entscheide ich mich für Vinyl-Meterware, die in der Regel vollflächig mit dem Untergrund verklebt werden muss, oder für Vinyl-Dielen oder Vinyl-Fliesen, die auch als Klick-Böden, selbstklebende oder selbstliegende Varianten daherkommen. Ein PVC-Bodenbelag als Meterware ist jedoch meist deutlich preisgünstiger als ein Designbelag, überzeugt aber mit einer ebenso reichhaltigen Dekorauswahl, bei der die Hersteller zum Teil großen Wert auf Authentizität legen. Außerdem wird insbesondere der PVC-Boden mit Textilrücken für ein angenehmes Laufgefühl und die guten akustischen Eigenschaften geschätzt und kommt daher vermehrt in Räumlichkeiten zum Einsatz, in denen ein ruhiges und entspanntes Umfeld gefragt ist.