Das Umweltzeichen blauer Engel hat in Deutschland einen hohen Bekanntheitsgrad. Seit Jahrzehnten bietet das Siegel Orientierung für umweltsensible Kunden. Zunächst vor allem für nachhaltige Produktion aus recycelten Materialen ist es mittlerweile in vielen Konsumartikeln zu finden und zeichnet dabei Produkte aus, die durch besondere Umweltfreundlichkeit überzeugen.

Doch Umweltschutz betrifft nicht nur den Consumer-Bereich. Ab 2016 sollen auch Baumaschinen mit dem Blauen Engel ausgezeichnet werden, so hat es die Jury Umweltzeichen gerade beschossen. Ausschlaggebende Kriterien sind dabei vor allem die Lärm- und Partikelemission der Geräte. Damit würde u.a. Kommunen, als einem wichtigen Nachfrager von Baumaschinen eine verlässliche und sinnvolle Orientierungshilfe bei der Beschaffung geboten. Das jährliche Auftragsvolumen wird auf etwa 260 Mrd. Euro geschätzt. Von einer an Umweltschutzkriterien orientierte Auftragsvergabe könnte eine wichtige wirtschaftliche Lenkungswirkung ausgehen. Verpflichtend ist die Einbeziehung von Umweltzeichen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge hingegen nicht. Das EU Recht ermöglicht zwar die Einbeziehung entsprechender Kriterien in seiner Vergabeordnung, bisher taten sich viele Kommunen allerdings eher schwer, dies auch anzuwenden.