Aufdopplung eines WDVS in Hannover – Doppelt hält (noch) länger

19.03.2025 | NEWS

Der Spar- und Bauverein Hannover saniert seinen Bestand umfassend. Jetzt erhielten acht Mehrfamilienhäuser im Stadtteil Wettbergen neue Fenster und Türen, Keller- und oberste Geschossdecke wurden gedämmt – und die bislang nur dünn gedämmte Fassade wurde aufgedoppelt. Ziel: Effizienzhaus-40-Standard. Dieser Ansatz führt dazu, dass der Betrieb von Wärmepumpen wirtschaftlich wird und mit dem Prinzip der Aufdopplung sowohl Abfall vermieden wird als auch der Materialbedarf sinkt.

Getreu dem eigenen Anspruch, „bis zum Jahr 2045 unseren gesamten Gebäudebestand klimaneutral zu bewirtschaften“ setzt der Spar- und Bauverein Hannover vor allem auf Sanierung des Bestands. Im Südwesten der Landeshauptstadt, im Stadtteil Wettbergen, standen acht Acht-Parteien-Häuser aus den 1970er Jahren an. Die Gebäude mit Gasetagenheizungen benötigten aufgrund der gering dimensionierten Dämmsysteme sehr viel Heizenergie – vor rund 50 Jahren galten Dämmdicken von sechs Zentimetern straßenseitig unter einem Edelkratzputz und vier Zentimetern innenhofseitig unter einem Belag von Flachverblendern als Standard. Da der Spar- und Bauverein mit der Sanierung die staatlich geförderte Effizienzhaus-Stufe 40 anstrebt, ist eine deutlich effizientere Fassadendämmung ein wichtiger Schlüssel zu diesem ehrgeizigen Energieeffizienz-Ziel. Ein gut gedämmter Baukörper ist zudem Voraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb eines Heizungssystems mit Wärmepumpen und Erdwärmekollektoren.

Aufdopplung: Die passende Lösung

EPS-Wärmedämm-Verbundsysteme sind besonders wirtschaftlich und weisen – im Vergleich zu vielen anderen Dämmstoffen – eine sehr gute Energie- und CO2-Bilanz auf. Auch nach einem halben Jahrhundert Standzeit können sie weiter genutzt werden, beispielsweise im Zuge einer Aufdopplung – in der Regel problemlos möglich, wenn das System dafür bauaufsichtlich zugelassen ist. Das zeigte bereits 2016 eine vom Bundesbauministerium geförderte Studie des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik („Nachdämmung ‚Aufdopplung‘ alter Wärmedämmverbundsysteme an Wohngebäuden“). Dieses Vorgehen senkt nicht nur Heizenergiebedarfe und erhöht die Wohnbehaglichkeit, sondern vermeidet auch Abfälle bei der Fassadensanierung, da kein nennenswerter Rückbau anfällt.

Neu auf alt

Zunächst öffneten temps Malereibetriebe aus Neustadt am Rübenberge das Altsystem an mehreren Stellen, um die Standfestigkeit zu prüfen. Dabei wurden sie von den Sto-Fassadenprofis ebenso unterstützt wie bei der Berechnung der Dübelmengen und der Brandriegelplanung. Im ersten Schritt wurde die Fassaden an den Stellen rückgebaut, an denen es galt, umlaufende Brandriegel aus Mineralwolle zu platzieren, um heutigen Brandschutzanforderungen gerecht zu werden. Anschließend wurden EPS-Platten (Sto-Dämmplatte Top32, 16 cm) auf das Altsystem geklebt und gedübelt. Am Sockel und rund um die Hauseingänge kam wieder Mineralwolle zum Einsatz, an den Loggien StoTherm Resol aufgrund des extrem guten Dämmwerts (Lambda = 0,022 W/mK) und des daraus resultierenden geringen Platzbedarfs für den Dämmstoff. Als Fassadenputz wählten die Verantwortlichen den Siliconharz-Oberputz StoSilco K. Die Oberflächen an den Eingängen betonen robuste Klinkerriemchen. Zum Gesamtkonzept der Sanierung gehörten außerdem neue Fenster und Türen sowie das Dämmen auch von Kellerdecke und oberster Geschossdecke.

Foto: Günther Fotodesign, Mehna / Sto SE & CO. KGaA

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