Licht, Heizung, Rollläden oder Sicherheitskameras per App steuern: Vernetzte Technik ist in deutschen Haushalten längst kein Nischenphänomen mehr. Mittlerweile nutzen 52 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Smart-Home-Anwendung. Noch 2022 lag der Anteil bei 43 Prozent, 2024 waren es 46 Prozent. Doch mit der Verbreitung nimmt auch die Skepsis gegenüber möglichen Sicherheitsrisiken zu.
Das zeigt eine repräsentative Befragung von Bitkom Research unter 1.159 Menschen ab 16 Jahren. Besonders auffällig: Ausgerechnet die Sorge vor Cyberangriffen entwickelt sich zunehmend zu einem Hindernis für weiteres Wachstum.
Hackerangriffe sind die größte Nutzungsbarriere
Von den Menschen, die bislang auf Smart-Home-Technik verzichten, fürchten 59 Prozent einen Hackerangriff. Gegenüber 2024 ist dieser Anteil um fünf Prozentpunkte gestiegen. Weitere 40 Prozent sorgen sich um einen möglichen Missbrauch persönlicher Daten.
Die Bedenken sind nachvollziehbar, denn vernetzte Geräte können potenzielle Angriffspunkte darstellen. Unsichere Passwörter, veraltete Firmware oder Schwachstellen in Cloud-Diensten können theoretisch dazu führen, dass Unbefugte Zugriff erhalten. Besonders sensibel sind Geräte wie Kameras, elektronische Türschlösser oder Systeme, die Informationen über Anwesenheit und alltägliche Routinen verarbeiten.
Auch erfahrene Nutzer achten deshalb verstärkt auf Sicherheit. Für 87 Prozent der Smart-Home-Anwender gehören Datenschutz und Datensicherheit zu den wichtigen Kriterien beim Gerätekauf. 42 Prozent sprechen sich zudem für eine stärkere gesetzliche Regulierung aus.
Tatsächliche Angriffe spielen bislang kaum eine Rolle
Interessant ist die Diskrepanz zwischen wahrgenommenem und tatsächlich berichtetem Risiko. Unter den befragten Smart-Home-Nutzern wurde innerhalb der vergangenen zwölf Monate kein Hackerangriff als Ursache für einen Geräteausfall genannt.
Technische Schwierigkeiten kommen dennoch vor. Bei 85 Prozent derjenigen, die Probleme mit ihren Anwendungen hatten, war die Internetverbindung verantwortlich. 45 Prozent berichteten sogar von keinem einzigen Ausfall innerhalb eines Jahres.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Cyberrisiken grundsätzlich vernachlässigt werden können. Gerade bei Geräten mit langer Lebensdauer ist entscheidend, wie zuverlässig Hersteller Sicherheitslücken schließen. Regelmäßige Updates und langfristiger Software-Support werden damit zunehmend zu Produkteigenschaften, die ähnlich wichtig sein können wie Funktionsumfang oder Energieverbrauch.
Neben Sicherheit werden auch die Kosten zum Problem
Nicht allein Cyberangriffe bremsen die Verbreitung. 38 Prozent der Nichtnutzer halten Smart-Home-Anwendungen für zu teuer. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als noch 2024. Gleichzeitig verliert ein anderes Hindernis an Bedeutung: Nur noch 22 Prozent empfinden die Bedienung als zu kompliziert.
Besonders verbreitet ist Smart Home bei jüngeren Menschen. 73 Prozent der 16- bis 29-Jährigen verwenden entsprechende Anwendungen, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 70 Prozent. Damit dürfte der Markt grundsätzlich weiteres Wachstumspotenzial besitzen.
Vernetztes Wohnen wird zur Vertrauensfrage
Wie weit die Digitalisierung des Zuhauses künftig gehen könnte, zeigen weitere Ergebnisse der Befragung. Rund 32 Prozent können sich vorstellen, in einem vollständig KI-gesteuerten Haus zu leben. Fast die Hälfte würde grundsätzlich einen humanoiden Haushaltsroboter einsetzen.
Gleichzeitig fürchten 40 Prozent, in einem intelligenten Zuhause zu viel Kontrolle an künstliche Intelligenz abzugeben. Der nächste Wachstumsschub im Smart Home dürfte deshalb nicht allein von neuen Funktionen abhängen. Entscheidend wird sein, ob Hersteller dauerhaft Vertrauen schaffen können – durch transparente Datenverarbeitung, sichere Gerätearchitekturen und verlässliche Updates über möglichst viele Jahre.

